Random Post: Mein neues Credo
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    Das Nichtrauchergesetz - eine Beobachtung

    Ich war gestern Abend das erste Mal in einer “rauchfreien” Disco.
    Yay!
    Dieses Kelleretablissement hatte es tatsächlich finanziell und auch architektonisch geschafft, einen eignen, separat gelegenen Raucherbereich zu realisieren.

    Was soll ich sagen? Im ebenerdig gelegenen Thekenbereich riecht es tatsächlich .. besser.

    Na gut. Sagen wir anders. Aber irgendwie frischer. Ich hege ja die heimliche Vermutung, dass die irgendwas mit Luftionisatoren gemacht haben. Aber vielleicht kann man in diesem Fall kein Verschlechtern der Luft schon als Verbesserung derselben hinnehmen.
    Der durch eine Tür getrennte Raucher- und Billardraum enthielt dann wiederum eine Theke, welche ja auch von einer Servicekraft gespeist werden musste. Kurz zur Erinnerung: Das Gesetz wurde ja speziell für die in Kneipen arbeitende Nichtraucherbevölkerung geschaffen.

    Mein Schicksal kurz verfluchend, dass ich den Abend über einer zum Kern aus Rauchern bestehenden Gruppe angehörte, näherte ich mich der Kammer des Schreckens.
    Meine Befürchtungen wurden übertroffen.
    Was sich sonst so an Verr(a)uchtem in mehreren Räumen verteilte, konzentrierte sich geballt in einem viel zu kleinen Raum. Meine Klamotten nahmen schon nach wenigen Minuten den olfaktorischen Zustand ein, der sich sonst erst nach einem ganzen Abend sedimentiert.
    Yay!
    Delfinen nicht unähnlich, die sich ja auch überwiegend in einem Element aufhalten, welches ihnen das alleinige Überleben noch nicht ermöglicht, musste ich alsbald zum Luftholen an die Discooberfläche tauchen. Allein ein erfrischender Atemzug wurde meinen kontaminierten Lungen verwehrt, denn am Eingang des Tanzlokals heimtückten einige Flottenverbände von japanischen, norwegischen und auch paderbörnschen Treibnetzfischern.
    Nylonmaschige Netze von blau-grauem Rauch umgaben mich sogleich und machten das in unmittelbarer Nähe geglaubte Atmen wieder unmöglich.

    Muss ich denn erst die Stadtgrenze überqueren, um eine Unantastbarkeit menschlicher Würde zu erlangen?

    Aber Delfine treiben nach den ersten Wochen in ihrem Leben ja auch nicht bockig an der Oberfläche und denken sich “Man ey. Wass’n Scheiß! Dann geh ich halt nie mehr tauchen. Spar ich mir den ganzen Stress!” Zumindest konnte man das noch nicht nachweisen.

    So ging auch ich wieder tauchen. Und diesmal richtig tief. In den Keller. Zur Tanzfläche.
    Verrückt ..ooOO(im Sinne von “nicht am Platz”).
    Es handelt sich gar nicht um ein feindliches Element. Vielmehr scheint sich um einen Ölfilm zu handeln, der das Leben erschwert. Dort unten in den schwummrigen und tosenden Gewässern ist die Welt wieder in Ordnung. Wiewohl ichdirekt an ein Nasenäquivalent zu Ohropax denken und hoffen musste. Aber keine Atemnot. Lediglich Geruchspein.
    Hehe. Diese vielfältige Melange aus Achsel-, Fuß-, Pups und Zaziki-Gerüchen wird wohl der “Diskoabschlepp-Tradition” einige Erfolgseinbußen bescheren, nehme ich an.

    Nun ja….. ich denke, man kann die Abende jetzt auch anders verbringen.

    2 Responses to “Das Nichtrauchergesetz - eine Beobachtung”

    1. Anonymous Says:

      Und manchmal stinkts auf der Tanzfläche nach Darmwinden…
      Das war früher “besser”, so wie alles! ;)

    2. Smoker Says:

      Es ist schon komisch seit dem Nichtraucherschutzgesetz…einerseits genieße ich selbst als Raucher die spürbar bessere Luft (selbst genüsslich seiner Sucht fröhnen und vom kalten Rauch anderer Zigaretten belästigt werden sind ja zweierlei paar Schuhe. Das meine ich ernst…eine Zigarette schmeckt & riecht tatsächlich ekliger, wenn man nen halben Meter daneben steht) andererseits sehe ich mit einem Tränenden Auge der Freiheit hinterher genüsslich im Discoraum zu meinem Lieblingssong und einem Bier eine zu Quarzen.

      Gut, grade wenn ich betrunken genug bin gönne ich mir auch diese Freude heute noch und witzigerweise ist man dann ja schon wieder was Besonderes. Ich trage mittlerweile solche Suchtausbrüche mit Würde und strahle eine gewisse Verachtung dabei aus - ja ich rauche fast um meine Mitmenschen zu gefährden könnte man dann denken. Es sollte eine Insel für Menschen wie mich geschaffen werden ganz nach dem Vorbild eines gewissen Endzeitklassikers - eine Art Raucher Gefängnissinsel.

      Ich finde es irgednwie schade…und ja es müffelt mitunter nach Dingen, gegenüber denen im vergleich der Qualm eine Wohltat war. Aber was tut man nicht für seine & die Gesundheit anderer Menschen. Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass jetzt nicht deutlich weniger Menschen sterben. Eines wird uns Menschen wohl stets begleiten und das ist unsere Doppelmoral - das ist die Freude über die bessere Gesundheit durch weniger passive rauchbelastung von Menschen, die der Fresssucht, dem Alkohol, der ungesunden Ernährung, Bewegungs- & Sportlosigkeit und anderen Hobby´s fröhnen. Vielleicht eine Frage der Musikrichtung aber ich werde eine Weile das Bild vor Augen haben wie mir jemand sagte es ist sehr angenehm seit dem Rauchverbot und gut für die Lunge…er sagte es während er sich eine Line legte…na dann gute Gesundheit.

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